Albert C. Eibl und Jan Juhani Steinmann: Ästhetik des Ungehorsams

Datum

Do, 18. April 2024

Uhrzeit

19:00

Veranstaltungsort

ORLANDO Literatur- und Kulturkeller, Liechtensteinstraße 17, 1090 Wien

Details

Albert C. Eibl und Jan Juhani Steinmann präsentieren ihr philosophisch-literarisches Essay „Ästhetik des Ungehorsams. Interventionen im digitalen Zeitalter“ (Wieser Verlag) im ORLANDO Literatur- und Kulturkeller. 

Ästhetik des Ungehorsams versteht sich als ein philosophisch-literarischer Versuch des Widerstands gegen den alles verschlingenden Sog des Digitalen. Es bedeutet, eine Lebenskunst der Freiheit zu kultivieren und wachsam zu bleiben für das Wunderbare in der Welt. Wer so, im Schönen und Ungebundenen verweilend, heiter und tätig sein Leben gestaltet, der geht den Weg des „Freigängers“: Der Haftanstalt der technozentrischen Gegenwart und ihren Wärtern, der KI, zum Trotz, hält dieser seinen Blick beständig himmelwärts gerichtet: Jenseits der Gitterstäbe der Ziffern und Algorithmen schafft er sich so Freiräume und Oasen der Schönheit, die manch anderer Gefangene nie erblickt. Als „Imaginationist“ hat er inmitten der nihilistischen Postpostmoderne gelernt, aus dem Zentrum seiner Phantasie heraus ästhetischen Ungehorsam zu wagen: Gegen alle visuelle und thematische Bevormundung durch die Technik träumt er sich in den Abenteuern seines Geistes, das Auge nach innen gewandt, zum Brennpunkt seiner Existenz fort.

In ihrem neuen Buch legen Albert C. Eibl und Jan Juhani Steinmann Wege für einen ästhetischen Umgang mit der digitalen Transformation frei. In insgesamt 12 Kapiteln, die stilistisch zwischen Philosophie, Essay, Narration und Poesie changieren, umkreisen sie abwechselnd die Möglichkeiten von Schönheit, Ungebundenheit und Metaphysik in der Ära des Digitalen. Ihre Ästhetik des Ungehorsams versteht sich so als essayistisch-literarischer Beitrag zum hochaktuellen Diskurs über den normativen Umgang des Menschen mit der Digitalisierung und ihren epochalen Folgen.

Albert C. Eibl, geb. 1990 in München und aufgewachsen in Italien, ist Verleger, freier Publizist und Germanist. Als Gründer und Leiter des Wiener Verlags „Das vergessene Buch“ war er maßgeblich an der Wiederentdeckung der österreichisch-jüdischen Schriftstellerinnen Marta Karlweis, Else Jerusalem und Maria Lazar beteiligt. Darüber hinaus promoviert er bei Oliver Lubrich an der Universität Bern zur Poetik des „verdeckten Schreibens“ in verschiedenen Epochen der Zensur. Zuletzt publizierte er die Monographie „Der Waldgang des ‚Abenteuerlichen Herzens‘. Zu Ernst Jüngers Ästhetik des Widerstands im Schatten des Hakenkreuzes“ (Winter, 2020) und gab die lange zu Unrecht vergessenen Auschwitzerinnerungen „Ferien am Waldsee“ des ungarisch-jüdischen Kunstsammlers und Galeristen Carl Laszlo neu heraus (btb, 2023).

Jan Juhani Steinmann, geb. 1988, halb Finne, halb Schweizer, ist Philosoph, Dichter und Theologe. Nach Studien in Zürich, Berlin, St. Andrews, Heidelberg, Rom und Paris promovierte er in Wien bei Konrad Paul Liessmann zur „Hyperphänomenologie nach Waldenfels“. Er lehrt zurzeit Philosophie in Wien sowie in München und forscht am Institut Catholique de Paris. Zuletzt erschien von ihm der Lyrikband „Am Saum der Worte“ (Castrum, 2021).

Eine Veranstaltung gefördert vom Kulturverein Alsergrund und Basis.Kultur.Wien.

Eintritt frei.
Keine Anmeldung notwendig.

Bücher

  • Titel

    Ästhetik des Ungehorsams. Interventionen im digitalen Zeitalter

    Autor*In

    Albert C. Eibl und Jan Juhani Steinmann

    Details

    Essay
    Wieser Verlag
    250 S., € 24,90
    erscheint am 31.03.2024

    Buchcover Albert C. Eibl und Jan Juhani Steinmann Ästhetik des Ungehorsams. Interventionen im digitalen Zeitalter